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Was wollen wir vom Leben?
Das Zitat habe ich ausgewählt, weil es meiner Lebenseinstellung entspricht: Menschen können persönlich wachsen und sich weiter entwickeln, wenn sie ihr Leben bejahen.
Der Satz ist so eingängig und löst vielleicht Erleichterung aus: Unglück lässt sich in Glück verwandeln - das ist eine gute Nachricht. Vielleicht löst der Satz aber auch Widerstand aus, denn ganz sicher ist es nicht einfach, diese "Formel" auch im Leben umzusetzen. Es klingt sehr viel leichter, als es wirklich ist.
Denn eines weiß ich sicher: Glück fühlt sich gut an. Unglück fühlt sich eindeutig nicht gut an. Lässt sich das durch ein einfaches "Ja" ändern?

Was ist Glück?
Der Leiter der philosophischen Fakultät der Universität in Düsseldorf, Prof. Dr. Dieter Birnbacher, führt in einem Aufsatz über die "Philosophie des Glücks" aus: "...Der "Königsweg" zum Glück wird... im kraftvollen Annehmen und erfolgreichen Meistern von Herausforderungen gesehen." Eine Auffassung über einen Teilbereich dessen, was Glück ausmachen kann, die kennzeichnend für die westliche Welt ist.
Meint Hermann Hesse das "Meistern von Herausforderung", wenn er von "Glück" spricht? In diesem Sinne verstanden, heißt Unglück zu bejahen demnach, das Unglück kraftvoll anzunehmen und es gleichzeitig als "Herausforderung" zu verstehen. Der Gefühlszustand des Unglücklich-Seins wird damit überwunden, im Meistern der Situation wird ein neues, ein andersartiges Glück erfahren.

Unglück bejahen - ein Prozess
Wie bejahe ich mein Unglück?
Ich kann es mir als einen Prozess in mehreren Schritten vorstellen.
Der erste Schritt ist die Entscheidung, ein anderes Wort statt "Unglück" zu wählen. Ein Wort löst eine Reaktion in uns aus, und mit dem Wort "Unglück" verbindet jeder ein Schicksal, dem er leidvoll ausgeliefert ist. Benutzen wir dagegen das Wort "Herausforderung", schwingt etwas anderes mit: Das Leben mutet uns Schwierigkeiten zu, aber wir müssen, werden und können mit ihnen umgehen lernen.
Damit gehen wir einen weiteren Schritt auf dem Weg der Bejahung: Die Lebensumstände "kraftvoll anzuerkennen", rückt in den Bereich des Möglichen.
Gelingt es, die innere Einstellung zu verändern, gewinnen wir ein Stück Freiheit. Wir klagen nicht mehr an, sondern nehmen einen veränderten Blickwinkel ein. Wir machen uns bereit, uns mit der neuen Situation zu arrangieren. Darin liegt eine Bejahung des Schicksals.
Gedanken und Hoffnungen können sich nun auf mögliche Veränderung richten, auf das "Meistern der Herausforderung." Im Handeln überwinden wir das Unglück und integrieren es in unser Leben. Wir können "Glück" darin empfinden, dass wir selbst unsere Situation zum Besseren verändern.

Anerkennen, was ist
Bejahen wir das Unglück, dann werden wir auch die Kraft finden, die dahinter stehende Angst anzuerkennen. Veränderungen lösen Angst aus. Jeder empfindet sie persönlich anders, aber allen Menschen ist sie in die Wiege gelegt. Dem Leben begegnen bedeutet, seine Ängste immer wieder neu meistern.
Damit das immer besser gelingt, bauen wir Eigenschaften aus, die ausgleichend wirken. Wir pflegen sie, üben sie ein, setzen uns bewusst auseinander: Glaube, Vertrauen, Demut, Verstehen, Hoffnung, Entschlossenheit, Liebe - vor allem den Mut, uns selbst in der Angst zu begegnen. Im Dialog mit uns selbst wandeln wir unsere Angst in einen Schritt persönlicher Weiterentwicklung um.
Weil wir Unglück überwinden wollen, suchen wir nach Möglichkeiten und Unterstützung dabei, diese Eigenschaften weiter auszubilden, mit denen wir zurück zu seelischem Gleichgewicht finden können.
Jedes Meistern einer Angst bedeutet einen Entwicklungsschritt. Ein Kreis schließt sich: Darin können wir persönliches Glück empfinden.

Es ist, wie es ist

Dies ist eine der 70 Bild-Affirmationskarten der Reihe "Ich bin da." Affirmationskarten im Hosentaschenformat.
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Was es ist
Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die LiebeEs ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die LiebeEs ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe(Erich Fried)
Je nach dem wer gerade in uns das Wort führt, gibt es viele Möglichkeiten auf das zu sehen, was ist. 
Sagen Sie "Ja" zum Leben - und bleiben Sie achtsam.
Bis zum nächsten Mal,
Ihre
Konstanze Quirmbach

